EVANGELIUM TAG FÜR TAG
«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68
Montag, 20 Dezember 2010
Montag der 4. Adventswoche
Heute: « O Schlüssel Davids »
Montag, 20 Dezember 2010
« O Schlüssel Davids »
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Vorbereitung auf Weihnachten – die O-Antiphonen
« O Schlüssel Davids »
Gott hatte es versprochen: Dem Hause Davids wird der entspringen, der die Macht haben wird (2 Sam 7,16 und Lk 1,32). Derjenige, den wir den « Schlüssel des Hauses Davids » nennen, der die Macht hat, zu binden und zu lösen (Mt 16,19), zu schließen und zu öffnen (Apg 3,7), Er ist der einzige, der die Ketten, die die Menschen binden, zerreißen kann. Darum flehen wir, für uns selbst und für alle Männer und Frauen dieser Welt: « Befreie, die da leben in Finsternis und im Schatten des Todes ».
« O Schlüssel Davids und Zepter des Hauses Israel, Du öffnest und niemand schließt, Du schließest und niemand öffnet. Komm, o Herr, und befreie aus dem Kerker den Gefangenen, der da sitzt in Finsternis und im Schatten des Todes. »
Zum Kommentar des heutigen Evangeliums :
Sel. Guerricus von Igny : „Der Herr wird euch von sich aus ein Zeichen geben: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen“
Montag der 4. Adventswoche : Lc 1,26-38
Kommentar des heutigen Evangeliums
Sel. Guerricus von Igny (um 1080-1157), Zisterzienserabt
Predigt 3 zur Verkündigung, 2-4
„Der Herr wird euch von sich aus ein Zeichen geben: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen“
„Der Herr wandte sich an Ahas und sagte: 'Erbitte dir ein Zeichen.' Ahas antwortete: 'Nein, ich will um nichts bitten und den Herrn nicht auf die Probe stellen'“ (Jes 7,10-12)... Nun, das Zeichen, das zurückgewiesen wurde..., wir nehmen es an, mit ungeschmälertem Glauben und liebevoller Hochachtung. Wir anerkennen, dass der von der Jungfrau empfangene Sohn für uns „in den Tiefen“ der Unterwelt Zeichen der Vergebung und Befreiung, „in den Höhen des Himmels“ Zeichen und Hoffnung auf Jubel und Herrlichkeit ist... Dieses Zeichen hat der Herr nunmehr aufgerichtet, zuerst am Kreuzesstamm, dann auf seinem Königsthron.
Ja, diese jungfräuliche Mutter, die empfängt und gebiert, ist ein Zeichen für uns; Zeichen dafür, dass der Mensch, der empfangen und geboren wurde, Gott ist. Dieser Sohn, der göttliche Werke vollbringt und menschliche Leiden erduldet, ist für uns das Zeichen dafür, dass er die Menschen, um deretwillen er empfangen und geboren wurde und für die er auch leidet, zu Gott führt.
Unter allen menschlichen Schwachheiten, die für uns auf sich zu nehmen dieser Gott bereit war, ist, so denke ich, diese die erste (was die Zeit betrifft) und zugleich die größte (was die Erniedrigung betrifft): dass die unendliche Majestät sich im Schoß einer Frau empfangen und neun Monate einschließen ließ. Wo wurde sie jemals so völlig gedemütigt? Wann hat man erlebt, dass sie sich derartig entäußerte? So lange Zeit sagt die Weisheit nichts, schafft die Macht nichts Sichtbares, offenbart sich die Majestät durch kein Zeichen. Selbst am Kreuz erschien Christus nicht so schwach... Im Mutterschoß ist er, als ob er nicht wäre; seine Allmacht ist so unwirksam, als ob sie nichts vermöchte; und das ewige Wort hüllt sich in Schweigen.
Buch Jesaja 7,10-14.
Der Herr sprach noch einmal zu Ahas; er sagte: Erbitte dir vom Herrn, deinem Gott, ein Zeichen, sei es von unten, aus der Unterwelt, oder von oben, aus der Höhe. Ahas antwortete: Ich will um nichts bitten und den Herrn nicht auf die Probe stellen. Da sagte Jesaja: Hört her, ihr vom Haus David! Genügt es euch nicht, Menschen zu belästigen? Müßt ihr auch noch meinen Gott belästigen? Darum wird euch der Herr von sich aus ein Zeichen geben: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären, und sie wird ihm den Namen Immanuel (Gott mit uns) geben.
Psalm 24(23),1-2.3-4.5-6.
[Ein Psalm Davids.] Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und seine Bewohner.
Denn er hat ihn auf Meere gegründet, ihn über Strömen befestigt.
Wer darf hinaufziehn zum Berg des Herrn, wer darf stehn an seiner heiligen Stätte?
Der reine Hände hat und ein lauteres Herz, der nicht betrügt und keinen Meineid schwört.
Er wird Segen empfangen vom Herrn und Heil von Gott, seinem Helfer.
Das sind die Menschen, die nach ihm fragen, die dein Antlitz suchen, Gott Jakobs. [Sela]
Evangelium nach Lukas 1,26-38.
Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria. Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Auch Elisabeth, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel
Kommentar des heutigen Evangeliums :
Sel. Guerricus von Igny (um 1080-1157), Zisterzienserabt
Predigt 3 zur Verkündigung, 2-4
„Der Herr wird euch von sich aus ein Zeichen geben: Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen“
„Der Herr wandte sich an Ahas und sagte: 'Erbitte dir ein Zeichen.' Ahas antwortete: 'Nein, ich will um nichts bitten und den Herrn nicht auf die Probe stellen'“ (Jes 7,10-12)... Nun, das Zeichen, das zurückgewiesen wurde..., wir nehmen es an, mit ungeschmälertem Glauben und liebevoller Hochachtung. Wir anerkennen, dass der von der Jungfrau empfangene Sohn für uns „in den Tiefen“ der Unterwelt Zeichen der Vergebung und Befreiung, „in den Höhen des Himmels“ Zeichen und Hoffnung auf Jubel und Herrlichkeit ist... Dieses Zeichen hat der Herr nunmehr aufgerichtet, zuerst am Kreuzesstamm, dann auf seinem Königsthron.
Ja, diese jungfräuliche Mutter, die empfängt und gebiert, ist ein Zeichen für uns; Zeichen dafür, dass der Mensch, der empfangen und geboren wurde, Gott ist. Dieser Sohn, der göttliche Werke vollbringt und menschliche Leiden erduldet, ist für uns das Zeichen dafür, dass er die Menschen, um deretwillen er empfangen und geboren wurde und für die er auch leidet, zu Gott führt.
Unter allen menschlichen Schwachheiten, die für uns auf sich zu nehmen dieser Gott bereit war, ist, so denke ich, diese die erste (was die Zeit betrifft) und zugleich die größte (was die Erniedrigung betrifft): dass die unendliche Majestät sich im Schoß einer Frau empfangen und neun Monate einschließen ließ. Wo wurde sie jemals so völlig gedemütigt? Wann hat man erlebt, dass sie sich derartig entäußerte? So lange Zeit sagt die Weisheit nichts, schafft die Macht nichts Sichtbares, offenbart sich die Majestät durch kein Zeichen. Selbst am Kreuz erschien Christus nicht so schwach... Im Mutterschoß ist er, als ob er nicht wäre; seine Allmacht ist so unwirksam, als ob sie nichts vermöchte; und das ewige Wort hüllt sich in Schweigen.
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