
EVANGELIUM TAG FÜR TAG
«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68
Samstag, 08 Januar 2011
Samstag der 2. Woche nach Weihnachten
Die Kirche gedenkt : Hl. Severin
Samstag, 08 Januar 2011
Hl. Severin
Die anderen Heiligen des Tages...
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Hl. Severin
Mönch
Mönch, Glaubensbote in Noricum
* um 410 in Nordafrika (?)
† 482 in Favianis, dem heutigen Mautern bei Krems in Österreich* um 410 in Nordafrika (?)
† 482 in Favianis, dem heutigen Mautern bei Krems in Österreich
Severin - möglicherweise der von Bischof == Ennodius von Pavia erwähnte, aus höchsten italienischen Kreisen stammende Severinus, nach mancher Überlieferung ursprünglich aus Nordafrika stammend - begann nach dem Tode des Hunnenkönigs Attila 453 und dem Zusammenbruch seines Reiches ab etwa 460 in das von Rugiern - die Anhänger des Arianismus waren - bedrängte Gebiet von Noricum zu gehen, um der dort noch ansässigen christlich-römischen Bevölkerung gegen die aus dem Osten und Norden andrängenden Germanenvölker zu helfen. Er wirkte der Donau entlang bis Künzing und die Salzach hinauf bis Kuchl.
Rom hatte dieses Gebiet aufgegeben. Severin aber wirkte staatsmännisch zum Wohl der Bevölkerung. Zudem rief er die Menschen in den Kirchen zu Buße, Gebet und Almosengeben zusammen. In einigen Fällen drängte er die Vertreter der römischen Administration zu militärischer Verteidigung, was aber nur mäßig erfolgreich war; deshalb betrieb er die Rückführung der Römer aus der von Alemannen und Thüringern bedrängten Zone in das Gebiet um Lauriacum - dem heutigen Lorch an der Enns in Österreich. Er wirkte, ohne weltliche oder kirchliche Ämter - berichtet wird von seiner Ablehnung des Bischofsamtes - inne zu haben, weswegen er mahnen und drängen, aber nichts erzwingen konnte. Dennoch war er in den Resten der kirchlichen Organisation mit Bischof Canstantius, der in Lauriacum saß, die beherrschende Person.
Severin selbst lebte als - möglicherweise ein im Osten geschulter - Einsiedler. Auch durch die Einrichtung von Klöstern hoffte er, dem Land und den Menschen Halt zu verleihen. So gründete er die Klöster Batavis/Boitrum in Passau und Favianis - das heutige Mautern bei Krems (oder Wien-Heiligenstadt?), denen er als Laie vorstand und wohl weitere Klöster in Noricum. Die später von Severins Gefährten Eugippius verfasste Regel geht aber wohl kaum auf Severin zurück, weil seine Ferne zu den Konvent aufgrund seiner umfassenden öffentlichen Wirksamkeit die Funktion eines echten Abtes und Durchsetzug einer Regel nicht zuließen.
Severin sah den Verlust von Noricum kommen und kündigte die Übersiedlung der christlich-römischen Bevölkerung in römische Provinzen an, Hunwulf führte dann im Auftrag seines Bruders, des germanischen Söldnerführer Odoaker, 488 - nach severins Tod - Teile der Bevölkerung nach Italien. Auch Severins Konvent folgte diesem Zug auf das kaiserliche Privatgut Castrum Lucullanum bei Neapel und nahm die Gebeine Severins dorthin mit.
Severins Leben ist beschrieben in der auch als Quelle für die Geschichte der Donauländer bedeutsamen Vita sancti severini seines Begleiters Eugippius aus dem Jahr 511. Eugippius war Abt im Kloster des nach Castrum Lucullanum bei Neapel übergesiedelten Severinkonvents, wohin die Gebeine Severins beim Abzug der Römer aus Germanien überführt worden sind. Sie liegen heute in Fratta Maggiore bei Neapel.
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Zum Kommentar des heutigen Evangeliums :
Hl. Katharina v. Siena : „Er brach die Brote ... verteilte auch die zwei Fische an die Leute. Und alle wurden satt“
Erster Brief des Johannes 4,7-10.
Liebe Brüder, wir wollen einander lieben; denn die Liebe ist aus Gott, und jeder, der liebt, stammt von Gott und erkennt Gott. Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist die Liebe. Die Liebe Gottes wurde unter uns dadurch offenbart, daß Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben. Nicht darin besteht die Liebe, daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat.
Psalm 72,2.3-4.7-8.
Er regiere dein Volk in Gerechtigkeit und deine Armen durch rechtes Urteil.
Dann tragen die Berge Frieden für das Volk und die Höhen Gerechtigkeit.
Er wird Recht verschaffen den Gebeugten im Volk, Hilfe bringen den Kindern der Armen, er wird die Unterdrücker zermalmen.
Die Gerechtigkeit blühe auf in seinen Tagen und großer Friede, bis der Mond nicht mehr da ist.
Er herrsche von Meer zu Meer, vom Strom bis an die Enden der Erde.
Evangelium nach Markus 6,34-44.
Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange. Gegen Abend kamen seine Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist abgelegen, und es ist schon spät. Schick sie weg, damit sie in die umliegenden Gehöfte und Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen können. Er erwiderte: Gebt ihr ihnen zu essen! Sie sagten zu ihm: Sollen wir weggehen, für zweihundert Denare Brot kaufen und es ihnen geben, damit sie zu essen haben? Er sagte zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Geht und seht nach! Sie sahen nach und berichteten: Fünf Brote, und außerdem zwei Fische. Dann befahl er ihnen, den Leuten zu sagen, sie sollten sich in Gruppen ins grüne Gras setzen. Und sie setzten sich in Gruppen zu hundert und zu fünfzig. Darauf nahm er die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis, brach die Brote und gab sie den Jüngern, damit sie sie an die Leute austeilten. Auch die zwei Fische ließ er unter allen verteilen. Und alle aßen und wurden satt. Als die Jünger die Reste der Brote und auch der Fische einsammelten, wurden zwölf Körbe voll. Es waren fünftausend Männer, die von den Broten gegessen hatten.
Auszug aus der liturgischen Übersetzung der Bibel
Kommentar des heutigen Evangeliums :
Hl. Katharina v. Siena (1347-1380), Dominikanertertiarin, Kirchenlehrerin, Mitpatronin Europas
Der Dialog
„Er brach die Brote ... verteilte auch die zwei Fische an die Leute. Und alle wurden satt“
(Jesus sagte zur hl. Katharina:) „In diesem so milden Sakrament, in diesem weißen Brot, empfangt ihr das ganze göttliche Wesen. So wie die Sonne unteilbar ist, so ist in dieser weißen Hostie Gott als Gott und als Mensch ganz zugegen. Würde man, wenn das möglich wäre, die Hostie tausendmal und abertausendmal zerbrechen, so bin ich doch noch in jedem Brösel ganz Gott und ganz Mensch, so wie ich es dir gesagt habe...
Nehmen wir einmal an, mehrere Personen wollen Kerzen anzünden. Einer bringt eine Kerze, die eine Unze wiegt, ein anderer eine mit zwei Unzen, ein dritter eine mit drei Unzen; dann ist da eine mit einem Gewicht von einem Pfund und eine weitere mit noch mehr. Alle kommen sie zur Lichtquelle und jeder zündet seine Kerze an. An jeder brennenden Kerze nimmt man nun - unabhängig von ihrem Volumen – das Licht ganz und gar wahr, seine Farbe, seine Wärme, seinen Glanz... Genau so geht es denen, die zu diesem Sakrament kommen. Jeder bringt seine Kerze, das heißt die heilige Sehnsucht, mit der er das Sakrament empfängt und in sich aufnimmt. Die Kerze brennt nicht. Sie fängt erst an zu brennen, wenn man das Sakrament empfängt. Ich sage, sie brennt nicht, weil keiner aus sich selbst etwas ist. Ich habe euch wirklich den Stoff gegeben, mit dem ihr dieses Licht empfangen und in euch bewahren könnt. Dieser Stoff ist die Liebe, weil ich euch aus Liebe geschaffen habe. Daher könnt ihr nicht leben ohne Liebe.“
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